Grundsätze der Osteopathie
1. Energiefluss und Bewegung
Für das menschliche Auge meist nicht sichtbar herrscht in allen Teilen unseres Körpers ein ständiger Fluss von freien und gebundenen Energien. Unzählige, vom Leben durchdrungene und unablässig interagierende Systeme bestimmen jeden einzelnen Moment unseres Daseins. Dabei regelt unser Organismus eigenständig die meisten Vorgänge und strebt so ein harmonisches Gleichgewicht an, das wir als "Gesundheit" bezeichnen. Bewegungseinschränkungen können dieses Gleichgewicht stören und das Wohlbefinden beeinträchtigen. Die Osteopathie zielt darauf ab, die natürliche Beweglichkeit zu fördern und damit die physiologischen Abläufe zu unterstützen, ohne ein Heilversprechen zu geben.
2. Ganzheitliche Einheit des Körpers
Jede Zelle unseres Körpers funktioniert für und durch die Einheit, sowohl in Gesundheit als auch in Krankheit. Der menschliche Organismus ist ein einzigartiges Netzwerk, das in Teamarbeit versucht, die individuellen Anforderungen des Lebens zu meistern. Eine Dysfunktion eines Teils kann deshalb nicht isoliert betrachtet werden, sondern beeinflusst alle Systeme auf mechanischer, chemischer und energetischer Ebene. Die Osteopathie betrachtet daher nicht einzelne Symptome, sondern immer den Menschen in seiner Gesamtheit und sucht nach Zusammenhängen, die das Gleichgewicht beeinflussen.
3. Selbstregulation und Potency
Jeder Mensch verfügt über eine angeborene Fähigkeit zur Selbstregulation und Selbstheilung. Diese sogenannte "Potency" ermöglicht es dem Organismus, auf innere und äußere Einflüsse zu reagieren und das Gleichgewicht immer wieder herzustellen. Die osteopathische Behandlung versteht sich als Unterstützung dieser natürlichen Prozesse: Sie hilft, Blockaden zu lösen, den Fluss der Lebensenergie zu fördern und so die Autoregulation des Körpers zu aktivieren. Die Osteopathie versteht sich als Ergänzung zur klassischen Medizin und betont die Eigenverantwortung und natürlichen Ressourcen jedes Einzelnen.